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Aktuelle LernQuadrat-Studie

Dicke Luft im Elternhaus schadet dem Lernerfolg

  • Umfrage zeigt: Häufiger Streit der Eltern stört die Konzentration beim Lernen
  • Mehr schlechte Schüler in Familien mit  Stiefeltern und Alleinerziehern
  • Freunde helfen bei Problemen eher als Familie

 

Drei Viertel aller österreichischen Schüler haben ein Problem damit, wenn in ihrer Familie gestritten wird. Viele von ihnen fühlen sich abgelenkt und in der Konzentration auf das Lernen erheblich gestört. Auch latente, unausgesprochene Konflikte in der Familie wirken sich massiv auf die Lernleistung aus. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die das Nachhilfeinstitut LernQuadrat in Zusammenarbeit mit der Familienberatung „togain“ durchführte. Am häufigsten tritt familiäre Lernbelastung beim Zusammenleben mit einem Elternteil und dessen neuen Partner auf, wie eine begleitende Befragung 14- bis 19-jähriger Schüler ergab. Dementsprechend ist in dieser Gruppe auch der höchste Anteil schlechter Schüler zu finden. 


Familiäre Konflikte erzeugen Lernbelastung

 

„Oft ist es weniger der persönliche Konflikt mit den Erwachsenen als der Streit der Eltern oder Stiefeltern untereinander, der zur Lernbelastung wird“, betonte Konrad Zimmermann, Gründer und Geschäftsführer von LernQuadrat, anlässlich der Präsentation der Studienergebnisse. So gaben nur 10,3 Prozent der guten Schüler an, dass ihre Eltern häufig streiten, jedoch 21 Prozent der schlechten Schüler. 38,8 Prozent haben den Eindruck, dass ihre Eltern öfter böse auf einander sind, und fast jeder Vierte meint, dass sich die Eltern gar nicht mehr mögen.

Für den Schulerfolg ist all das nicht förderlich. „Hilfe beim Lernen erhalten die meisten jungen Menschen dementsprechend weniger in der Familie, sondern am ehesten bei Freunden (35,6 Prozent)“, so Zimmermann. Dort wo sie sich auch primär hinwenden, wenn sie einen Gesprächspartner zur Bewältigung ihrer Probleme brauchen (54,4 Prozent). Bemerkenswert: 12,6 Prozent finden im Internet Unterstützung bei Lernschwierigkeiten, nur 8,4 Prozent hingegen bei ihrem Lehrer. Knapp 10 Prozent gaben an, gar niemanden zu haben, an den sie sich mit Problemen wenden können. Und ein Viertel klagt darüber, dass die Eltern einfach zu wenig Zeit haben.

Prekär wird die Frage der elterlichen Lern-Unterstützung vor allem bei Alleinerziehern, wie die Studie zeigt. Dennoch ist der Anteil schlechter Schüler in dieser Familienkonstellation mit 30,8 Prozent geringer als bei Elternteilen, die das Kind gemeinsam mit einem neuen Partner erziehen (42,8 Prozent). Die wenigsten schlechten Schüler gibt es in der Gruppe jener Jugendlichen, die mit den Eltern zusammenleben (25,9 Prozent).

 

Problematische Co-Elternschaft

 

 „Ein anhaltend konflikthaftes Familienklima belastet die Entwicklung von Kindern nachhaltiger als eine Scheidung der Eltern. Dauerhaft dicke Luft im Elternhaus führt zu Problemen im Umgang mit Gleichaltrigen ebenso wie zu einer Minderung der Qualität der Beziehung zu den Eltern“, betont auch togain-Expertin und Studienautorin Judith Gradl. Insbesondere in den ersten beiden Jahren sei eine Trennung der Eltern fast immer eine schwere Belastung für das Kind. Die Gefahr liege allerdings weniger in der Tatsache einer Scheidung, sondern mehr darin, wie diese über die Bühne geht. „20 bis 25 Prozent der Eltern halten auch nach sechs Jahren immer noch an einer konflikthaften Co-Elternschaft fest“, bedauert Gradl. Wichtig wäre, dass die Eltern ihre gescheiterte Partnerrolle bewusst von ihrer bleibenden Elternrolle trennen, keine Loyalitätskonflikte inszenieren und unterschiedliche Erziehungsstile akzeptieren.

Pro Jahr sind rund 20.000 Kinder in Österreich von der Scheidung ihrer Eltern betroffen, weist Familienexpertin Gradl auf die alarmierende Statistik hin. Manche von ihnen können auf lange Sicht aber auch als Gewinner aus der neuen Situation hervorgehen, wenn der familiäre Dauerstreit dadurch der Vergangenheit angehört. „Eltern sollten auch nach einer Trennung eine verlässliche Alltagsstruktur aufbauen, den Blick in die Zukunft richten und die Kinder nicht aus falsch verstandenem Schuldgefühl über die Maßen verwöhnen. Sie bleiben weiterhin Vorbilder – bewusst oder unbewusst“, so Gradl. Und sie schaffen damit auch eine gesunde Basis für die Persönlichkeitsentwicklung und den Schulerfolg ihrer Kinder.

 




Wien, 17. Mai 2017

Presseanfragen an: PR-Büro Halik, 02266 - 674 77, office@halik.at

LernQuadrat OG und Bildungsmanagement GmbH, Dipl.-Ing. Konrad Zimmermann,

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