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LernQuadrat-Umfrage „Die Meinung der Schüler“


Ein Dreier für die Schule

• Jeder Fünfte vergisst den ganzen Lernstoff gleich nach der Prüfung
• Nur Englisch gilt als wirklich wichtig fürs Leben
• Gelernt wird kurzfristig und oberflächlich


„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir"? Wohl kaum, wie eine aktuelle Umfrage des Nachhilfeinstituts LernQuadrat unter Österreichs Schülerinnen und Schülern im Alter von 11-19 Jahren aufzeigt. 65 Prozent der Befragten glauben, dass sie weniger als die Hälfte des Lernstoffes später als Erwachsene brauchen werden. Dafür finden sich Inhalte, die den Jugendlichen wichtig wären, derzeit nicht oder zu wenig auf den Lehrplänen.

Gelernt wird meist kurzfristig und oberflächlich, hauptsächlich um eine gute Note zu bekommen und nicht durchzufallen. Besonders erschreckend: Beinahe die Hälfte der Befragten vergisst den Lernstoff häufig gleich nach der Prüfung, jeder Fünfte praktisch immer. „Diese Ergebnisse sollten zu denken geben“, betont Konrad Zimmermann, LernQuadrat-Gründer und Geschäftsführer, der noch viel Potenzial für eine nachhaltigere Gestaltung des Schul- und Lerngeschehens sieht. Dementsprechend kommt die Schule in der Benotung durch die Schüler gerade mal auf ein 2-3, das Schulsystem insgesamt wird sogar nur mit ‚Befriedigend‘ bewertet.

Lernen, wiedergeben, vergessen

Durchschnittlich 57 Mal pro Schuljahr und damit fast an jedem dritten Schultag werden die Leistungen von Österreichs Schülerinnen und Schülern nach deren eigenen Angaben überprüft. 15- bis 19-Jährige kommen dabei fast doppelt so oft dran wie die 11- bis 14-Jährigen, schlechte Schüler werden öfter geprüft als gute. „Da bleibt kaum Zeit für nachhaltiges Lernen“, fürchtet Zimmermann. Für eine Schularbeit wird laut LernQuadrat-Umfrage durchschnittlich 5 Tage lang gelernt, für Tests und Referate beträgt die Vorbereitungszeit 4 Tage. Stundenwiederholungen werden hingegen eher auf die leichte Schulter genommen: Die Meisten lernen einen Tag davor, ältere und bessere Schüler oftmals gar nicht.

Wie lange und wie ausführlich gelernt wird, hängt in erster Linie von der verfügbaren Zeit ab und damit auch von der Anzahl der gleichzeitig stattfindenden Leistungsüberprüfungen. Vom Interesse am Lerninhalt lässt sich weniger als ein Drittel leiten. Und den jüngeren Schülern geht es in den allermeisten Fällen einfach darum, gute Noten zu bekommen und nicht negativ beurteilt zu werden. Druck machen sich die Schüler primär selbst (43,3 Prozent), während nur 27,2 Prozent der Befragten von Seiten der Eltern Druck empfinden. Bleibt der Schulerfolg aus, fürchtet dennoch rund ein Drittel der Schüler Konsequenzen durch die Eltern.

Zukunftsrelevante Fächer

„Von allen Schulfächern wird lediglich Englisch (71,7 Prozent) als wirklich wichtig für die eigene Zukunft eingestuft“, berichtet Zimmermann. Für die Brauchbarkeit von Mathematik findet sich immerhin noch eine knappe Mehrheit (51,5 Prozent), nur noch 41,6 Prozent halten Deutsch für wichtig. Gegenstände wie Biologie, Geografie und Geschichte überschreiten die 10 Prozent-Zustimmungsmarke nur knapp, Physik oder Psychologie bleiben sogar darunter. Die Liste der „verzichtbaren Gegenstände“ führt Bildnerische Erziehung an, es folgen Chemie, Musik und Religion.

61 Prozent der Jugendlichen wünschen sich zusätzliche Themen im Unterricht. Häufiger auf dem Lehrplan sollte nach den Wünschen der Schüler vor allem Politik stehen, aber auch eine Art „Alltagskunde“ für das Erwachsenenleben: vom Steuerausgleich über den Autokauf bis zum Versicherungsabschluss.

Mäßiges Zeugnis

Schließlich bat LernQuadrat die Schüler, selbst Noten für die Schule zu vergeben. Am schlechtesten schnitt dabei das österreichische Schulsystem insgesamt ab (3,00), Unzufriedenheit herrscht auch mit dem Benotungsschema (2,83) und der Einteilung der Prüfungstermine (2,91). Lehrinhalte und Lehrkräfte sowie die Räumlichkeiten der Schule kommen in der Zeugnisverteilung etwas besser weg.

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