ChatGPT statt selber denken? Wie KI das Lernverhalten verändert
04.11.2026
Eine aktuelle Umfrage des Nachhilfeinstituts LernQuadrat unter 1.045 Schüler*innen in ganz Österreich zeigt, wie selbstverständlich Künstliche Intelligenz bereits zum Schulalltag gehört: 96 % nutzen KI-Tools, viele lernen damit schneller und fühlen sich weniger gestresst. Gleichzeitig geben zahlreiche Jugendliche an, Inhalte dadurch schneller wieder zu vergessen oder sich nur noch oberflächlich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Zudem lasse KI Schüler*innen kompetenter wirken, als sie eigentlich sind. In den meisten Fällen bleibt die Nutzung von KI für Hausaufgaben, Referate und Co. unbemerkt, Probleme gibt es den Befragten zufolge selten.
Österreichweite Schüler*innen-Umfrage zu Lernen und KI
Besonders brisant: 75 % der Schüler*innen glauben, dass unsere Gesellschaft durch die Nutzung von KI eher dümmer wird. Gleichzeitig nützen so gut wie alle Befragten selbst KI – teilweise völlig unreflektiert.
Häufige KI-Nutzung
Fast alle Schüler*innen verwenden KI-Tools für die Schule. Der Großteil mehrmals wöchentlich, ein Drittel sogar täglich. Nur 4 % lehnen die Nutzung ab. Am häufigsten kommt ChatGPT zum Einsatz, weit abgeschlagen auf Platz zwei Gemini. Erstaunlich groß ist die Anzahl der verschiedenen genutzten Dienste – mehr als 60 Tools wurden genannt. Jenes Fach, für das die KI am häufigsten gebraucht wird, ist Mathematik, gefolgt von Biologie, Physik und Chemie.
In erster Linie wird KI zum Lernen für Tests und Schularbeiten verwendet oder um sich Themen verständlich erklären zu lassen. Sie dient der Recherche, dem Aufzeigen von Rechenwegen oder der Kontrolle eigener Lösungen. 40 % erstellen mithilfe von KI Referate, 35 % nutzen sie für die Hausübung und 19 % lassen Texte im eigenen Namen schreiben.
Für die Nutzung gibt es zwei Hauptmotive: KI spart Zeit und hilft beim Verstehen. Ein Viertel der Befragten gibt an, durch KI selbstständiger zu lernen, weitere 10 % motivierter. Lediglich 11 % sind der Meinung, ohne KI würden sie mehr lernen.
Lernhilfe oder Schummeln?
Ganz eindeutig kann hier wohl keine Linie gezogen werden. Für ein Drittel ist klar: „Wenn ganze Aufgaben von der KI übernommen werden, ist das Schummeln“. Gleichzeitig verändert ein Großteil der Befragten KI-Antworten, damit sie mehr nach einem selbst klingen. Dabei ist sich jede/r dritte Schüler/in vollkommen sicher, dass ihre Lehrer*innen den Unterschied zwischen Eigenleistung und KI nicht erkennen, weitere 57 % meinen, man werde nur selten bzw. manchmal erwischt. Probleme für mittels KI gelöste Aufgaben gibt es kaum: Nur für 22 % der Befragten hatte das bisher Konsequenzen.
KI verändert Lernverhalten und Schulstress
Drei Viertel der Befragten geben an, KI habe ihre Art zu lernen verändert: 45 % lernen dadurch schneller, 23 % beschäftigen sich intensiver mit Lerninhalten. Ebenso viele sind zwar schneller fertig, vergessen das Gelernte aber schnell wieder oder beschäftigen sich nur mehr oberflächlich mit Lerninhalten. Zudem wirken Mitschüler*innen durch den Einsatz von KI kompetenter, als sie eigentlich sind – das empfinden jedenfalls zwei Drittel der Befragten.
Und wie wirkt sich KI auf den empfundenen Stress der Schüler*innen aus? Positiv! Für mehr als die Hälfte der Schüler*innen ist das Stresslevel dank ChatGPT, Gemini und Co. gesunken. Insbesondere jene Schüler*innen, die sich selbst als schlecht einschätzen, scheinen hier eine deutliche Entlastung zu spüren.
Ambivalente Haltung zu KI
Obwohl die Jugend glaubt, unsere Gesellschaft würde durch die Nutzung von KIs eher dümmer werden, benutzt sie selbst in hohem Maße KIs – manche sogar nahezu unreflektiert. Ein Drittel gibt zu, sich bisher gar nicht damit beschäftigt zu haben, wie KIs funktionieren, auf welche Datenbanken sie zugreifen oder welche Daten sie sammeln. 4 % geben an, der KI voll und ganz zu vertrauen.
Dass KI eine Gefahr für den Berufswunsch werden könnte, glauben die Wenigsten. Während 13 % der Meinung sind, KI eröffne neue berufliche Möglichkeiten, fürchtet nur jede/r Achte, der eigene Traumjob könnte bald Geschichte sein.
Die Umfrage wurde von LernQuadrat als Online-Befragung von Juni–Oktober 2026 durchgeführt. Teilgenommen haben 1.045 Schüler*innen (AHS und BHS) im Alter von 11 bis 20 Jahren, österreichweit. Im Sinne der methodischen Unabhängigkeit wurde die Umfrage gezielt nicht an LernQuadrat-Schüler*innen verteilt, um eine möglichst neutrale und repräsentative Datengrundlage zu schaffen.
Downloads
Wien, 4. November 2026
Anfragen an
Schindler-PR, Mag. (FH) Susanna Schindler
0664 – 444 79 34, s.schindler@schindler-pr.at
LernQuadrat GmbH & Co OG und Bildungsmanagement GmbH, Angela Schmidt
0664 – 911 60 16, office@lernquadrat.at, www.lernquadrat.at

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