Was tun, wenn mein Kind den Lehrer nicht versteht?
"Der Lehrer erklärt das so komisch"
Viele Eltern hören irgendwann Sätze wie:
- "Ich verstehe gar nicht, was der Lehrer meint."
- "Bei den anderen klingt das alles logisch, bei mir nicht."
- "Im Unterricht verstehe ich es, zu Hause weiß ich nichts mehr."
Solche Aussagen sollten ernst genommen werden. Denn häufig entstehen schulische Schwierigkeiten nicht deshalb, weil Kinder zu wenig lernen, sondern weil sie mit einer bestimmten Art der Erklärung nicht zurechtkommen.
Die gute Nachricht:
Das bedeutet nicht automatisch, dass Ihr Kind ein Fach nicht kann.
Warum Kinder Erklärungen unterschiedlich verstehen
Jeder Mensch lernt anders.
Manche Kinder lernen besonders gut durch:
- Beispiele
- Bilder und Skizzen
- praktische Übungen
- Schritt-für-Schritt-Erklärungen
- Wiederholungen
Lehrkräfte müssen jedoch gleichzeitig viele Schülerinnen und Schüler unterrichten. Deshalb kann es passieren, dass die gewählte Erklärung für einzelne Kinder nicht optimal passt.
Das Problem beginnt oft schleichend
Anfangs fällt das häufig kaum auf. Ein Kind versteht einzelne Unterrichtsstunden nicht vollständig, traut sich aber nicht nachzufragen. Mit der Zeit entstehen kleine Unsicherheiten.
Diese können später zu:
- Wissenslücken
- schlechten Noten
- Frustration
- Motivationsverlust
- Lernstress
führen. Deshalb lohnt es sich, früh aufmerksam zu werden.
Woran Eltern erkennen können, dass ihr Kind den Unterricht nicht versteht
Typische Anzeichen sind:
- Hausübungen dauern ungewöhnlich lange.
- Das Kind kann den Lernstoff nicht erklären.
- Prüfungen fallen schlechter aus als erwartet.
- Fragen wie "Warum machen wir das überhaupt?" häufen sich.
- Das Kind wirkt im betreffenden Fach frustriert.
- Es entstehen viele Flüchtigkeitsfehler.
- Das Selbstvertrauen sinkt.
Besonders auffällig ist es, wenn das Kind grundsätzlich lernbereit ist, aber trotzdem keine Fortschritte macht.
Bedeutet das automatisch, dass der Lehrer oder die Lehrerin schlecht ist?
Nein. Häufig liegt das Problem nicht an der fachlichen Kompetenz der Lehrkraft. Vielmehr treffen unterschiedliche Lern- und Erklärstile aufeinander.
Ein Beispiel:
Während ein Lehrer mathematische Regeln sehr theoretisch erklärt, benötigt ein Kind konkrete Beispiele aus dem Alltag. Beide Seiten machen dabei nichts falsch. Trotzdem kann Verständnis fehlen.
Was Eltern tun können
1. Nachfragen fördern
Ermutigen Sie Ihr Kind, Fragen zu stellen. Viele Kinder haben Angst, etwas Falsches zu sagen oder sich vor der Klasse zu blamieren. Dabei profitieren fast alle Schülerinnen und Schüler von zusätzlichen Erklärungen.
2. Gemeinsam herausfinden, was genau unklar ist
Oft sagen Kinder:
"Ich verstehe gar nichts."
Bei genauerem Hinsehen fehlt jedoch nur ein einzelner Zwischenschritt. Je genauer die Schwierigkeit benannt werden kann, desto leichter lässt sie sich lösen.
3. Verschiedene Erklärungen nutzen
Manchmal reicht bereits eine andere Erklärung.
Hilfreich können sein:
- Lernvideos
- zusätzliche Beispiele
- Lerngruppen
- Schulbücher
- andere Bezugspersonen
Viele Kinder verstehen ein Thema plötzlich, wenn es auf eine andere Art erklärt wird.
4. Frühzeitig reagieren
Je länger Verständnisprobleme bestehen bleiben, desto größer werden häufig die Wissenslücken. Deshalb sollte man nicht erst handeln, wenn bereits schlechte Noten auftreten.
Kann Nachhilfe helfen?
Ja, oft sogar sehr effektiv und zeitnah. Ein großer Vorteil von Nachhilfe besteht darin, dass Lernstoff individuell erklärt werden kann. Wenn Kinder Fragen stellen dürfen und Inhalte auf unterschiedliche Weise erklärt bekommen, entstehen häufig jene "Aha-Momente", die im regulären Unterricht gefehlt haben.
Dabei geht es nicht darum, den Unterricht zu ersetzen. Vielmehr hilft zusätzliche Unterstützung dabei, Verständnis aufzubauen und wieder Sicherheit zu gewinnen.
Auch gute Schülerinnen und Schüler können betroffen sein
Viele Eltern glauben, Nachhilfe sei nur bei schlechten Noten notwendig. Tatsächlich nutzen auch leistungsstarke Kinder zusätzliche Unterstützung.
Zum Beispiel wenn:
- ein Fach plötzlich schwieriger wird,
- die Erklärungen nicht verstanden werden,
- Unsicherheiten entstehen,
- man frühzeitig gegensteuern möchte.
So lassen sich größere Probleme oft verhindern.
FAQ
Ist es normal, dass mein Kind den Lehrer nicht versteht?
Ja. Kinder lernen unterschiedlich und kommen mit verschiedenen Erklärungsstilen unterschiedlich gut zurecht.
Sollte mein Kind den Lehrer direkt darauf ansprechen?
Wenn möglich ja. Viele Missverständnisse lassen sich bereits durch Nachfragen im Unterricht klären.
Ist Nachhilfe sinnvoll, obwohl die Noten noch gut sind?
Ja. Gerade bei ersten Verständnisproblemen kann frühzeitige Unterstützung verhindern, dass größere Lernlücken entstehen.
Woher weiß ich, ob mein Kind den Stoff oder nur die Erklärung nicht versteht?
Wenn das Kind Inhalte nach einer anderen Erklärung plötzlich versteht, liegt häufig eher ein Problem mit dem Erklärungsstil als mit den Fähigkeiten vor.
Kann ein Lehrerwechsel das Problem lösen?
Manchmal. Häufig genügt jedoch bereits eine ergänzende Erklärung oder individuelle Unterstützung.
Fazit
Wenn Kinder den Lehrer nicht verstehen, bedeutet das nicht automatisch mangelnde Begabung oder fehlenden Einsatz. Oft fehlt lediglich eine Erklärung, die besser zum individuellen Lernstil passt.
Wer früh reagiert, Fragen ernst nimmt und zusätzliche Unterstützung nutzt, kann verhindern, dass aus kleinen Verständnisproblemen größere Lernlücken entstehen.
Weitere Infos:
Die richtige Nachhilfe für min Kind finden
Ab wann zur Nachhilfe?
Wie lange sollte Nachhilfe dauern?
Wie erkenne ich gute Nachhilfe?
Mein Kind lernt viel – aber die Noten bleiben schlecht
Wie schnell wirkt Nachhilfe?
Mein Kind versteht die Erklärungen des Lehrers nicht
Nicht jedes Kind lernt auf die gleiche Weise. Manchmal liegt das Problem nicht am Lernstoff, sondern daran, dass die Erklärungen im Unterricht nicht zum individuellen Lernstil passen. Durch individuelle und auf das Kind angepasste Erklärungen lässt sich das Problem beseitigen.
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